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Güldengossa

Das Dorf liegt südlich von Leipzig, eingebettet zwischen dem Markkleeberger und dem Störmthaler See. In kurzläufiger Entfernung befindet sich Auenhain mit seinem Kanupark, Modellbaupark und einem Feriendorf. Die Autobahn 38 führt nördlich des Ortes vorbei. Früher prägte der Braunkohletagebau die Region. Heute sorgt das benachbarte Gewerbegebiet Störmthal für eine wirtschaftliche Bedeutung.

Die Schulstraße

In zentraler Lage steht das Schloss von Güldengossa. Es ist das bekannteste Wahrzeichen und wurde nach einer Sanierung im Sommer 2008 wiedereröffnet. Über eine schmale Baumallee wird es von der Auenhainer Straße her erreicht. Auf dem Gelände befindet sich auch ein Café. Nicht minder schön ist der Englische Park, dessen Wege durch Ausgrabungen aufgespürt und wiederhergestellt wurden. Die Besonderheiten sind zahlreiche Skulpturen und hohe Bäume, die dem Park sein einzigartiges Flair verleihen. In der Anlage gibt es auch einen Schlossteich.

Schloss Güldengossa

Wenn man schon mal im Ort ist, empfiehlt sich auch ein Besuch der Kirche. Sie wurde 1720 in barockem Stil umgestaltet, bei einem Umbau Ende des 19. Jahrhunderts erhielt sie ihr heutiges Aussehen und die Einrichtung vom Altar bis zum Gestühl. Rundherum befindet sich der Friedhof des Ortes.

Dorfkirche

An der kleinen Straße nach Liebertwolkwitz steht etwa ein Kilometer außerhalb von Güldengossa ein Denkmal zur Erinnerung an die Völkerschlacht. Hier heißt es: "16. Oktober 1813 - Von hier aus eröffnete die II. Kolonne unter General Prinz Eugen von Württemberg gegen 8 Uhr morgens mit 10000 Mann die Schlacht bei Wachau." Nebenan steht einer der Apelsteine, das sind Gedenksteine, die überall rund um Leipzig zu finden sind und an die Völkerschlacht erinnern.

Das Völkerschlachtdenkmal bei Güldengossa

Die Landschaft am Störmthaler See ist noch relativ öde und im Entstehen begriffen. Doch man merkt, dass sich was tut. Das Gewässer lässt sich auf einem Rad- und Wanderweg umrunden. Rastplätze sind vorhanden. Hier kann der Besucher viele schöne Ausblicke genießen. Der See ist bereits gut gefüllt und wird eine große Ausdehnung erreichen, wenn er fertig ist. Hier entwickelt sich ein vielversprechendes Erholungsgebiet, das den Bewohnern hoffentlich das ersetzen kann, was der Braunkohletagebau in dieser Gegend geraubt hat.

Störmthaler See

Mitteldeutsches Braunkohlerevier

Zwischen Bitterfeld im Norden, Zeitz im Süden, Mücheln im Westen und Borna im Osten liegt das Mitteldeutsche Braunkohlerevier. Die Gegend war fruchtbar und von vielen Flüssen und Auen durchzogen. Ab 1900 wurden erste Kohlegruben aufgeschlossen. Zur Energiegewinnung wurde 1925 südlich von Leipzig das Kraftwerk Böhlen in Betrieb genommen. Durch das Entstehen zahlreicher Arbeitsplätze wurden auch Menschen aus weiter entfernten Gegenden angezogen. Für sie entstanden Siedlungen, die Kaufkraft wuchs und die Infrastruktur verbesserte sich. Doch der Braunkohleabbau machte nicht an Ortsgrenzen Halt. Gaumnitz bei Zeitz war das erste Dorf, welches komplett entvölkert und zerstört wurde. Am 29. Juni 1931 wurde der Kirchturm gesprengt.

Das kleine Dorf Gaulis mit den Kühltürmen des Kraftwerks Lippendorf im Hintergrund

Noch fataler wirkte sich die Situation in der DDR aus. Die Staatsregierung erklärte die Braunkohle quasi zu ihrem Kulturgut und wichtigsten Energielieferanten. So entwickelte sich das Mitteldeutsche Braunkohlerevier neben dem Lausitzer auch zum bedeutendsten Erzeuger und größten Umweltverschmutzer. Neben Kohle wurde in den Standorten Böhlen, Leuna und Bitterfeld auch giftige Chemie erzeugt. Zwar konnte man in dem so vorbildlichen Arbeiterstaat dort gutes Geld verdienen, aber musste auch gesundheitliche Risiken mit einkalkulieren. Wer in Bitterfeld wohnte, hatte keine hohe Lebensqualität. Im Umfeld der Kraftwerke und Tagebaue war die Luft voller Qualm, Ruß und zweifelhafter Substanzen. All dies legte sich auf den Gebäuden nieder und machte die Umgebung der großen Kulturstadt Leipzig zu einem Ort der Traurigkeit.

Braunkohlebagger im Bergbau-Technik-Park bei Großpösna

Die DDR-Regierung setzte sich völlig unbekümmert über die Belange der Dorfbewohner hinweg. Ein Tagebau nach dem anderen wurde aufgeschlossen. Die Menschen in den Dörfern bekamen ein Angebot, ihr Haus an anderer Stelle wieder aufzubauen oder wurden gleich zu Hunderten in gigantischen Wohnbatterien untergebracht. Wer das nicht wahrnahm, wurde zwangsumgesiedelt und bekam nichts. Und natürlich blieben die Leute nicht immer beieinander, sondern verteilten sich an verschiedene Orte und verloren sich aus den Augen. Generationen und Familien, die über Jahrhunderte gewachsen waren, wurden für immer zerstört. Das alles, weil die DDR-Regierung ohne Rücksicht an die Kohle wollte.

Neukieritzsch entstand hauptsächlich durch den Tagebau in der Umgebung

Und auch die gesamte Infrastruktur wurde zerstört. In einem Staat, der Wert auf sein Arbeiter- und Bauerntum legte, holzte man große Wälder ab, vernichtete Ackerflächen, Wiesen und Wege. Flüsse wurden in Betonbetten umgeleitet und Straßenverbindungen und Eisenbahnlinien unterbrochen. Menschen, die zwischen den Tagebauen lebten, hatten also nicht nur die Angst, bald Opfer zu werden. Sie mussten auch noch mit erheblichen Einbußen rechnen, Umwege in Kauf nehmen und stets Krach und Staubpartikel, vermischt mit Substanzen jeglicher Art ertragen. Für viele Orte herrschte ein Baustopp, sodass weitergehende Planungen nicht mehr möglich waren.

Braunkohleabbau im Tagebau Vereinigtes Schleenhain

Doch dann kam die politische Wende, und man hoffte, dass der Spuk bald ein Ende hätte. Tatsächlich wurden lange brachliegende Pläne, die Tagebaulandschaften zu rekultivieren und wiederzubeleben, relativ rasch umgesetzt. Bereits in den Neunzigerjahren entstand in einem Restloch südlich von Leipzig der Cospudener See, der heute ein beliebtes Naherholungserziel ist und über einen Hafen und Strände verfügt. In der Nachbarschaft kamen der Markkleeberger See, Störmthaler See und Zwenkauer See hinzu. Diese werden miteinander durch Rad- und Wanderwege sowie teils durch Kanäle mit dem Leipziger Stadthafen verbunden. Unter dem Namen Neue Harth wurde ein Teil des Leipziger Umlandes wieder zum Leben erweckt.

Rekultivierungslandschaft am Störmthaler See

Weitere Infrastruktur, wie neue Wohngebiete, Uferpromenaden, Strände, Erlebnisorte, Aussichtspunkte, Feriendörfer und ein Freizeitpark wurden geplant und umgesetzt. Die Straße der Braunkohle führt zu über 200 thematisch passenden Objekten in Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt. Bei Großpösna entsteht zwischen dem Markkleeberger und dem Störmthaler See ein Bergbau-Technik-Park. Bei Gräfenhainichen in der Nähe von Bitterfeld gibt es Ferropolis, die Eisenstadt. Hier können Besucher fünf Braunkohlebagger auf einer Insel erleben. Der Ort wird auch für Großveranstaltungen genutzt. Museen im gesamten Einzugsgebiet beschäftigen sich mit dem Thema Braunkohle. An vielen neuen Seen und den noch bestehenden Tagebauen wurden Aussichtspunkte eingerichtet.

Hier entsteht der Hafen am Kap Zwenkau

Zu den bekannten Gewässern in ehemaligen Tagebaugebieten gehört schließlich die Goitzsche oder Bernsteinsee bei Bitterfeld. Ein Teil des Ufergebiets hat der NABU gekauft und steht seitdem unter Naturschutz. Auf einem größeren Teil kann der Besucher entlangschlendern, gastronomische Angebote wahrnehmen oder einen Aussichtsturm besteigen. Ein ähnliches Konzept gibt es für den Geiseltalsee mit der Marina Mücheln. Auf dem Störmthaler See können auf der schwimmenden Insel Vineta Trauungen vorgenommen werden. Häfen mit Liegeplätzen für Boote gehören zu den Besonderheiten der größeren Seen. Einige davon lassen sich schon heute mit dem Fahrgastschiff erleben.

Goitzschesee bei Bitterfeld

Die guten Erfolge bei der Stilllegung und Rekultivierung der Tagebau sind sicherlich beispielhaft. Dennoch gibt es auch Rückschläge, wie der Erdrutsch von Nachterstedt im Jahre 2009 gezeigt hat, als Erdmassen und Häuser in einen See fielen. Und nach wie vor sind mehrere Tagebaue in Betrieb. Erst im Jahre 2000 wurde das neue Kraftwerk Lippendorf bei Leipzig feierlich eröffnet. Über Förderbänder gelangt die Kohle aus dem benachbarten Tagebau Vereinigtes Schleenhain in die Anlage und wird dort zu Energie umgewandelt. Die Kühltürme sind schon von weither sichtbar, der Rauch bildet nachgewiesenermaßen auch dunstige Wolken, die je nach Wetter lange über der Umgebung hängen bleiben. Letztendlich wohnen rund um das Kraftwerk auch Menschen, für die der beißende Qualm und der alltägliche Anblick des Kolosses garantiert nicht auf die leichte Schulter zu nehmen ist.

Wieder aufgebautes Breunsdorfhaus in Leipzig-Dölitz

Was dieser Tagebau noch alles anrichten kann, wurde am Beispiel von Breunsdorf und Heuersdorf deutlich. Beide Orte gibt es nicht mehr. Von Breunsdorf existieren nur noch wenige Siedlungshäuser, ein Bauernhaus wurde nach Leipzig-Dölitz umgesetzt. Die Kirche von Heuersdorf wurde unter großer Beachtung der Presse nach Borna transportiert. Eine weitere Kirche, die im Ortsteil Großhermsdorf stand, wurde nach einer archäologischen Bestandsaufnahme mit den übrigen Gebäuden, darunter viele Fachwerkhäuser, einfach abgerissen. Der größte Tagebau, Profen, kostete schon vielen Menschen ihre Heimat. Und sogar Ende der Neunzigerjahre mussten die Einwohner von Großgrimma im Burgenlandkreis wie auch die der umliegenden Dörfer ihre Häuser verlassen.

Bauernhaus in Heuersdorf mit dem nahenden Abrissbagger im Hintergrund

Nach der Jahrtausendwende kam es zum Aufschrei, als Pläne über einen weiteren Tagebau bei Lützen bekannt wurden. Der Ort, wo im Dreißigjährigen Krieg die Schlacht zwischen den protestantischen Schweden des Königs Gustav Adolf und den katholischen Truppen von Wallenstein stattfand. Ein Denkmal erinnert heute noch daran und wird regelmäßig von Gruppen aus Schweden besucht. Natürlich treffen derartige Pläne in den heutigen Zeiten auf erbitterten Widerstand. Gerade jetzt, wo es genug alternative Energien durch Windkraft oder Sonnenenergie gibt.

Kraftwerk Lippendorf

Bei allen Konzepten für die Zukunft der Tagebaulandschaften in Mitteldeutschland sollte man also nicht außer Acht lassen, dass alle Menschen ein Anrecht auf ihre Heimat haben. Erholungsgebiete mit Seen sind da schön und gut, aber nach einer Totalveränderung durch die riesigen Braunkohlebagger kann die Gegend nie wieder dieselbe sein, wie sie in Jahrmillionen auf natürliche Art und Weise geschaffen wurde.

Deutsche Zentralstelle für Genealogie

Die Geschichte der Zentralstelle beginnt 1904, als in Leipzig die „Zentralstelle für Deutsche Personen- und Familiengeschichte“ gegründet wird. Ab 1967 gab es die „Zentralstelle für Genealogie in der DDR“ in den Räumen des Reichsgerichtsgebäudes. Seit 1990 besteht die „Deutsche Zentralstelle für Genealogie“, die ihren Sitz in der Schongauerstraße 1 in Leipzig-Paunsdorf hat. Dort bildet sie eine Abteilung des Sächsischen Staatsarchivs.

Die Zentralstelle hat es sich zur Aufgabe gemacht, genealogische Quellen zu sichern, aufzubewahren und zur Sichtung zur Verfügung zu stellen. Neben gedruckter Literatur gehören dazu auch unveröffentlichte Sammlungen wie Ahnenlisten, genealogische Arbeiten oder Abschriften aus alten Büchern. Zum Inventar gehören auch die Ahnenstammkartei des deutschen Volkes und der Gesamtkatalog der Personalschriften- und Leichenpredigtensammlungen. Im Lesesaal befindet sich eine alphabetisch geordnete Karteikartensammlung, die Auskunft über vorhandenes Material zu verschiedenen Familien gibt. Darüber hinaus sind natürlich alle Bände der Deutschen Geschlechterbücher (Genealogisches Handbuch bürgerlicher Familien), der Adelshandbücher und weitere Standardliteratur vorhanden. Das kann sehr hilfreich sein, da es diese Bände noch nicht mal in jeder Bibliothek gibt, und sie eine Fülle an Daten aus gesammelten Ahnenlisten enthalten. Wie jedes größere Werk, sind sie durch ein Namensregister erschlossen.

Für Forschungen äußerst wertvoll sind die Verfilmungen von Kirchenbüchern der deutschen Ostgebiete, die schon vor dem Krieg begonnen wurden. Außerdem finden sich hier auch Filme von Stadt-, Gerichts- und Steuerbüchern verschiedenster Herkunft. In den Bestandsverzeichnissen kann man nachschauen, ob zu einem konkreten Ort Materialien vorliegen. Verfilmungen existieren darüber hinaus von zahlreichen Melderegistern, Bürgerbüchern, amtlichen Unterlagen wie Heimatscheinen uvm. Die Gewichtung ist recht unterschiedlich, manche Städte wie Zwickau füllen ganze Seiten im Bestandsverzeichnis, von anderen Orten gibt es dagegen nur sehr wenig.

Stark fällt die Tatsache ins Gewicht, dass viele alte Bücher nach linken und rechten Seiten getrennt sind, und so eine durchgehende Sichtung nicht möglich ist. Die Bedienung der Lesegeräte ist für Ungeübte sehr gewöhnungsbedürftig. Die Mitarbeiter helfen zwar auf Nachfrage, aber man kommt sich schnell lästig vor, wenn man zu oft darum bitten muss. Alle Ausdrucke kosten eine Grundgebühr plus ein nicht zu geringes Entgelt pro Seite.

Schongauerstraße 1,
Sitz der Deutschen Zentralstelle für Genealogie

Der Deutschen Zentralstelle ist auch das Archiv der AMF (Arbeitsgemeinschaft für mitteldeutsche Familienforschung) angegliedert. Der Verein hat dort Räume angemietet, die Vorbestellung muss deshalb auch getrennt vorgenommen werden. Die Einsichtnahme findet jedoch im Lesesaal des Sächsischen Staatsarchivs statt. Dieses Archiv enthält nochmals eine Fülle an genealogischem Material aus Mitteldeutschland. Von hohem Wert sind dabei die bisher unveröffentlichten Arbeitsergebnisse und Nachlässe von regionalen Forschern. Zusätzlich sind alle Ausgaben der AMF Schriftenreihe einsehbar. Die umfangreiche Bestandsliste hat der AMF als PDF-Dokument im Internet hinterlegt:

http://www.genealogy.net/vereine/...archivbestand.pdf

Benutzen können die Archive sowohl Privatpersonen als auch offizielle Stellen. Bevor man hierher kommt, sollte man sich informieren, ob die gewünschten Dokumente vorliegen. Das lässt sich zum Beispiel über die Onlinerecherche auf der Internetseite herausfinden:

http://www.archiv.sachsen.de/106.htm

Der ehemalige Leiter der Zentralstelle, Volkmar Weiss, hält auf seiner Seite einen Auszug der Bestände bereit. Hierzu gehören unter anderem personengeschichtliche Verfilmungen aus sächsischen Archiven am Standort Leipzig sowie Ortsfamilienbücher in Mitteleuropa und ihre Standorte (Leipzig ist in dieser Liste mit L gekennzeichnet):

http://www.v-weiss.de

Die Deutsche Zentralstelle hat auch mehrere Bestandsverzeichnisse herausgegeben, die in gedruckter Form vorliegen und über die Fernleihe bestellt werden können.

Bei Weitem nicht alle Bestände sind im Internet gelistet. Für weitere Informationen kann man direkt an die Zentralstelle schreiben oder einfach anrufen. Die Kontaktdaten sind dieser Seite entnehmbar:

http://wiki-de.genealogy.net/Deutsche...Genealogie

Bis auf wenige, müssen alle Materialien vorbestellt werden. Das reicht normalerweise noch am Vortag. Auch vor Ort lässt sich noch bis 13 Uhr nachbestellen.

Es handelt sich um eine Präsenzbibliothek, das heißt, alle Materialien dürfen nur vor Ort eingesehen und nicht mit nach Hause genommen werden. Beim ersten Besuch, oder für jedes angebrochene Jahr, ist ein Benutzerformular am hauseigenen PC auszufüllen und zu unterschreiben. Die Benutzung ist kostenlos. Für das Archiv der AMF gibt es eigenes Formular. Die Mitarbeiter helfen bei Problemen gerne weiter, geben Auskunft über den Bestand und können auch mal behilflich sein, wenn es um das Lesen der alten Schrift geht.

Gesamtansicht

Zum Archiv muss man einige Treppen hinaufgehen und kommt durch eine Glastür in ein Atrium. Rechts neben dem Eingang gibt es Schließfächer, wo man alle privaten Dinge wie Rucksäcke verstauen kann. Direkt daneben befindet sich der Lesesaal für die Mikrofilme. Im Atrium kann der Besucher einige Kostbarkeiten bewundern. In einem dahinter liegenden Raum finden auch kleine Ausstellungen statt. Von hier führt ein Flur zu den Toiletten, die stets sauber und gepflegt waren. Nicht zu verfehlen ist der Zugang zum Empfangsbereich. Von diesem Bereich zweigt ein Arbeitsraum ab, wo die Bücher mit den Bestandslisten stehen.

Für die Einsichtnahme in normale Archivalien steht ein geräumiger Lesesaal bereit, der durch eine Glastür von der Rezeption getrennt liegt. Hier befinden sich in einer Ecke eine kleine Bibliothek und die Karteikartensammlung für Familiengeschichten. Im Lesesaal gibt es mehrere Anordnungen von Tischen, es herrscht eine angenehme Ruhe, die entspanntes Arbeiten ermöglicht. Für Laptops sind Anschlüsse vorhanden. Nochmals vom Saal getrennt sind mehrere kleine Räume mit PCs.

Das Fotografieren ist nicht erlaubt. Kopien und Ausdrucke jeglicher Art sind kostenpflichtig. Die Gebühren setzen sich aus einer Grundpauschale und einem Preis für jede einzelne Seite zusammen. Dabei sollte man sich überlegen, ob es sich wegen ein oder zwei Seiten lohnt, den Grundbetrag zu bezahlen. Wenn es wenig war, habe ich die Seiten dann lieber abgeschrieben. An der Rezeption kann man auch einige genealogische Literatur käuflich erwerben, unter anderem die Bestandsverzeichnisse.

Aufgrund der wenigen Mitarbeiter und der Fülle des Materials, das größtenteils völlig unerschlossen ist, sind Rechercheanfragen schwierig. Man sollte einkalkulieren, dass für Suchen mit größerem Arbeitsaufwand eine Gebühr berechnet wird, und diese bei einer schriftlichen Anfrage vorher festlegen. Nach wie vor ist es am besten, persönlich vorbeizukommen und sich den Bestand selbst zu erschließen. Bei einer Suche ist es ganz normal, immer noch das eine oder andere zu entdecken. Praktisch ist es dann, wenn man gleich an der richtigen Stelle sitzt, um weitere Verknüpfungen zu finden.

Alles in allem ist die Deutsche Zentralstelle für Genealogie schon eine empfehlenswerte Einrichtung. Eine Fundgrube für Ahnenforscher, die Zeit haben und in der Lage sind, sich durch die Fülle an Material zu wühlen. Etwas umständlich ist im wahrsten Sinne die Orientierung in den Beständen. Denn zuerst sollte man konkret wissen, wonach man sucht, und dann wo man es findet. Ganz hilfreich ist, dass es Bestandsverzeichnisse in gedruckter Form gibt. Ich habe es immer so gehalten, dass ich zunächst im Internet recherchiert und dann direkt angerufen habe. Wer in der Umgebung von Leipzig wohnt, sollte unbedingt von dieser Einrichtung Gebrauch machen. Auch aufgrund der Tatsache, dass Leipzig verkehrstechnisch gut angebunden ist, sollte man eine weitere Anreise nicht scheuen. In diesem Fall ist es aber unbedingt nötig, vorher genau nachzufragen, ob die gesuchten Materialien vorhanden sind und diese ausdrücklich auf ein bestimmtes Datum zu bestellen.

Paunsdorf-Center
Von der Straßenbahnhaltestelle aus gesehen

Die Anreise zur Schongauerstraße 1 erfolgt mit dem Auto über die A 9 Nürnberg-Leipzig-Berlin, aus Richtung Süden A 38 Richtung Dresden und um Leipzig herum bis zum Dreieck Parthenaue. Dann auf A 14 Richtung Magdeburg und die Ausfahrt 26 Leipzig-Ost nehmen. Aus Richtung Norden von der A 9 auf die A 14 Richtung Dresden bis Ausfahrt 26 Leipzig-Ost. Auf die B 6 Richtung Leipzig-Engelsdorf, kurz danach Kreuzung mit der Paunsdorfer Allee und bis zur nächsten Abzweigung Schongauerstraße fahren. Links abbiegen, hier befindet sich der große Parkplatz des Paunsdorf-Center (Parkmöglichkeit).

Mit der Bahn einfach bis Leipzig Hauptbahnhof fahren, zum Haupteingang hinausgehen. Dort fahren die Straßenbahnen in alle Richtungen ab. Nehmen Sie die 3 oder die 7 Richtung Sommerfeld. Tickets sind an Automaten auf den Bahnsteigen oder in den Straßenbahnen erhältlich. Die Fahrtzeit beträgt etwa 25 Minuten bis zur Haltestelle Paunsdorf-Center, das ist zugleich die vorletzte Haltestelle. Von dort können Sie kurz durch das Einkaufszentrum laufen, dann an diesem bzw. dem Parkplatz entlang und überqueren die Schongauerstraße. Somit stehen Sie direkt vor dem Gebäudekomplex, in dem sich die Zentralstelle befindet.

Wahlweise können Sie natürlich auch gleich mit der Bahn anreisen. Sie steigen in diesem Fall einfach am Leipziger Hauptbahnhof in eine Regionalbahn und fahren bis (Leipzig-) Engelsdorf. Sie befinden sich dann am Paunsdorf-Center und müssen nur noch eine kurze Strecke bis zur Schongauerstraße laufen. Verbindungen sind hier ersichtlich:

http://www.bahn.de (Deutsche Bahn)

http://www.lvb.de (Leipziger Verkehrsbetriebe)

Kirchliches Archiv Leipzig

Am Thomaskirchhof befindet sich in zentraler Lage der Stadt das Kirchliche Archiv Leipzig (KAL Leipzig). Die Anschrift lautet Burgstraße 1-5, 04109 Leipzig. Es verfügt über keine eigene Homepage, die Kontaktdaten und andere Informationen kann man aber verschiedenen genealogischen Seiten im Internet entnehmen. Hier sind bisweilen auch die Öffnungszeiten aufgeführt. An allen Werktagen außer Mittwoch ist das Archiv von 10 bis 12 Uhr geöffnet und dann wieder nachmittags nach einer ein- bis zweistündigen Ruhepause, die erfahrungsgemäß mit den Mitarbeitern abgestimmt werden kann. Die Forschungsgebühr beträgt 5 Euro.

Besucher betreten das Vorderhaus durch den Eingang, halten sich dann rechts und kommen in ein kleines überdachtes Atrium. Hier steht ein montierter steinerner Türbogen von 1674 mit floralen Mustern, ein echtes Museumsstück, das auch so den Besuch dieses Hauses belohnt. Von dem Atrium gelangt man in das Hinterhaus. Die Räumlichkeiten befinden sich in der 3. Etage, zum Einlass muss man die Klingel betätigen.

Innenhof mit steinernem Türbogen

Das Archiv hatte bis vor ein paar Jahren seinen Sitz in Plagwitz und war dreimal größer. Dann kam der Beschluss, die Einrichtung zu verkleinern, und neben dem Umzug wurden auch große Teile der Bestände ausgelagert. Das ist vor allem für Hobbyforscher sehr bedauerlich, weil einige Dokumente nun einfach ohne die Möglichkeit zur Einsichtnahme verwahrt werden, anderes wurde in die Obhut der Ursprungsorte zurückgegeben, und wiederum weitere Dinge sind jetzt in Dresden im Landeskirchenarchiv. Was man also hier im KAL noch findet, bezieht sich hauptsächlich auf die Stadt Leipzig und einige, auch abgebaggerte Orte im Umland.

Zur Einsicht steht ein kleiner Benutzerraum zur Verfügung. Man wird gefragt, wonach man sucht, und die Materialien werden einem an den Platz gebracht. In diesem Raum gibt es seitlich an den Wänden Schränke mit Familienkarteien, die nach Taufen, Trauungen und Sterbefällen geordnet sind. Wenn Familiennamen bekannt sind, kann man sich so erstmal eine Übersicht verschaffen, ob hierzu Materialien vorhanden sind. Natürlich kann man auch direkt suchen und sich die Kirchenbücher bzw. Duplikate durchsehen, die hier aufbewahrt werden.

Burgstraße 1-5 auf der linken Bildhälfte

Der Bestand schwankt stark. Zu Schönefeld mit Sellerhausen, Reudnitz u.a. gibt es Einträge erst ab 1800, weil die vorherigen Kirchenbücher in der Völkerschlacht verbrannt sind. Andere Bücher sind lückenhaft, oder beginnen noch später. Die Bücher von Knauthain etwa wurden an ihren Ursprungsort zurückgebracht, und andere Stadtteile sind komplett im Umland eingepfarrt. Dennoch lassen sich vor allem dann gute Funde machen, wenn man in Leipzig nicht nur eine, sondern mehrere familiengeschichtliche Quellen zur Verfügung hat, nach denen man suchen kann. Wertvoll sein können zudem die im Archiv aufbewahrten Kirchenbücher einiger, auch abgebaggerter Orte im Umland, wie Breunsdorf, Cröbern, Kieritzsch, Magdeborn, Panitzsch etc. Zu Markranstädt und angrenzenden Orten gibt es auch noch Inventar.

Sofern man sein Forschungsgebiet auf die Stadt Leipzig oder die anderen, im Archiv spärlich gestreuten Orte eingrenzen kann, ist ein Besuch im KAL empfehlenswert. Man wird gut beraten und kann sich jederzeit an die Mitarbeiter wenden, auch wenn man mal die alte Schrift nicht gut lesen kann. Vor einem Besuch muss man sich telefonisch anmelden, hier kann man sich auch nach dem Inventar erkundigen. Die Anreise ist recht einfach. Weil das Archiv direkt in der Innenstadt, neben der Thomaskirche ist, kommt man gut mit dem Zug, ÖPNV oder Auto dorthin. Auch noch sehr sehenswert sind die bestimmt hundert Jahre alten Glasfenster im Treppenhaus des Hauptgebäudes mit puttenähnlichen Darstellungen.

http://www.evlks.de/landeskirche/landeskirchenamt/682.html

http://wiki-de.genealogy.net/Kirchliches_Archiv_Leipzig

http://www.lgg-leipzig.de/info-kal-i.asp

Prießnitz

Prießnitz ist ein Dorf mit 750 Einwohnern und liegt im Landkreis Leipzig. Mit weiteren Orten der Umgebung bildete es die Gemeinde Eulatal, bevor diese zur Stadt Frohburg kam. Weitere Städte in der Umgebung sind Borna (zehn Kilometer), Geithain (neun Kilometer) und Bad Lausick (sechs Kilometer). Während die Landschaft westlich von hier von größeren Tagebauen geprägt ist, befindet sich östlich mit dem Colditzer Forst ein größeres zusammenhängendes Waldgebiet. Südlich liegt das Kohrener Land mit sanften Erhebungen und einer Anzahl von Burgen.

Das Bauernrathaus

Ländliches Leben und viel Ruhe


Weshalb sollte man Prießnitz besuchen ? Im ganzen Ort befinden sich zahlreiche gut erhaltene und restaurierte Fachwerkhäuser und Gehöfte. Zu ihnen gehört auch das Bauernrathaus vom Beginn des 18. Jahrhunderts. Es steht an der Einmündung zur Badstraße, gleich neben der Bushaltestelle Prießnitz, Dreieck. Von dort aus ist das Schloss schon in Sichtweite, man läuft nur noch die Straße hinunter. Es hat seine Ursprünge im Mittelalter und war von 1380 bis 1918 von der Familie von Einsiedel bewohnt. Nach mehrfachen Umbauten und Renovierungen kam es nach der deutschen Einheit in den Besitz der Gemeinde Prießnitz.

Rittergut Prießnitz

Schloss und Rittergut Prießnitz

Heute kümmert sich ein Heimatverein um die Instandhaltung der Anlage. Untergebracht ist hier die Heimatstube Prießnitz mit einer Ausstellung „Ländliches Brauchtum“. Direkt im Innenhof kann man sich davon einen Eindruck machen. Dort stehen eine Anzahl alter bäuerlicher Geräte, die früher auf dem Land benutzt wurden. In der Scheune nebenan widmet sich jeder Bereich einer anderen Thematik aus dem ansässigen Handwerk. Mittlerweile sind verschiedene Teile des Schlosses und Rittergutes wieder sehr schön restauriert, sodass die Besichtigung auch Spaß macht.

DDR-Feuerwehr im Schlosshof

Vom Innenhof gelangt man in den Garten der Anlage. Ein Rundweg führt hindurch und nimmt den Besucher mit in eine harmonische Welt. An einer Seite befindet sich ein steinernes Becken, das mit Wasser aus einem wasserspeienden Kopf versorgt wird. An der anderen Seite wurde aus natürlichen Materialien wie Stroh, Holz und Ziegeln ein Haus für Insekten geschaffen. Verschiedentlich sind Bänke aufgestellt, auf denen man sich eine Pause gönnen und die Ruhe genießen kann. Keine Straßengeräusche, keine Abgase stören den Frieden, es herrscht eine freundliche Atmosphäre.

Blick zum Schloss

Sakrale Schätze in der Kreuzkirche

Direkt über die Straße steht die evangelische Kreuzkirche, die um 1500 im Stil der Spätgotik erbaut wurde. Sie wurde von der Familie von Einsiedel stets gut bedacht und ist darum mit reichen Kirchenschätzen aus dem Barock ausgestattet. Die Wände, der Altar und auch die Kanzel sind mit kunstreichen Gemälden verziert, viel Gold gehört zu den liebevollen Details, die diese Kirche ausmachen. Die Sitzbänke für die Gottesdienstbesucher befinden sich teils im Raum, teils unter der Empore. Auf ihr steht die Orgel, und es gibt eine geringe Anzahl weiterer Sitzreihen. Anzunehmen ist, dass diese Plätze aufgrund der guten Aussicht wohl den höher gestellten Persönlichkeiten vorbehalten waren.

Inneres der spätgotischen Kreuzkirche

Um die Kirche herum

Um die Kirche herum liegt der Friedhof, auf dem es noch einige Grabsteine gibt. Heute werden die Verstorbenen woanders bestattet. Eingänge zum Kirchhof sind an der Badstraße oder einer Nebengasse, die zur Frohburger Straße hin verläuft. Eine Besichtigung wert ist auch das gleich nebenan liegende Pfarranwesen. Durch ein Tor gelangt man in den Hof. Früher gab es hier sicherlich auch Tierhaltung, ein Nebengebäude mit Scheunentor ist noch vorhanden. Zur warmen Jahreszeit geben sich die Nutzer viel Mühe und schmücken den Außenbereich mit bunten Blumen aus. Wenn das Pfarramt geöffnet ist, kann man hier auch nach dem Schlüssel oder einer Führung durch die Kirche fragen.

Fachwerkanwesen mit Pfarramt neben der Kirche

Das Waldbad – ein lauschiger Ort

Im weiteren Verlauf der Badstraße finden sich wieder einige alte Bauernhäuser. Wie man schon an dem Namen der Straße erkennt, führt sie zum Waldbad. Das ist ein mehrere hundert Meter langer See mit einer Insel und einem breiten Grünstreifen zum Sonnen und Entspannen. Auch Seerosenteppiche schwimmen in dem sauberen Wasser. Vor dem benachbarten Sportheim gibt es eine kleine Bühne für Freiluftveranstaltungen. Wer lieber laufen mag, kann dies in dem angrenzenden Naturschutzgebiet tun. Der Weg führt durch den Wald bis in die Nachbarorte Frauendorf und Frankenhain.

Das Waldbad

Lößnig

Großstadt vor der Tür und die Natur in Sichtweite

Lößnig hat wie viele der Orte rund um Leipzig seinen Ursprung bei der slawischen Besiedlung und liegt gut fünf Kilometer südlich des Stadtzentrums. Seine ältesten Häuser und die Kirche befanden sich zwischen der heutigen Mühlpleiße und der Bornaischen Straße. Die Ersterwähnung erfolgte um 1040 als Lesnic. Im Mittelalter führte die Fernhandelsstraße Via Imperii von Norddeutschland nach Italien hier vorbei. In Leipzig traf sie auf die Via Regia von Nowgorod über Königsberg und Breslau nach Frankfurt und Paris. Das bedeutete für den Ort gute wirtschaftliche Voraussetzungen.

Die Gethsemanekirche

Im Zuge der Reformation wurde Lößnig evangelisch. Bis zum Dreißigjährigen Krieg bildete es eine eigene Pfarrei. Seine Ehepartner suchte man sich im näheren Umfeld. Die Familien bildeten große Gemeinschaften, deren Namen über Generationen in den Kirchenbüchern belegt sind. Zuwanderung aus weit entfernten Orten gab es selten. Gute Beziehungen bestanden zu den Nachbarorten Dölitz und Connewitz wie auch zu Markkleeberg, das dann über zwei Jahrhunderte die kirchlichen Angelegenheiten übernahm. 1877 wurde die heutige Gethsemanekirche errichtet. 1891 kam der Ort zu Leipzig, und schon bald entstanden auf den Fluren neue Straßenzüge und Gebäude im Stil der Gründerzeit. Dabei handelt es sich keinesfalls um reine Arbeitersiedlungen. Lößnig besitzt durch sein vieles Grün und die gute Anbindung zur Stadt eine hohe Wohnqualität.

Eines der wenigen alten Häuser in der Raschwitzer Straße

Heute ist der Ort vorwiegend an Leipzig ausgerichtet. Die evangelischen Christen werden von Connewitz aus betreut, die Katholiken besuchen dort die Sankt-Bonifatius-Kirche. Schon längst ist die Gemarkung von Lößnig zum größten Teil bebaut. Dadurch entstanden zwei Zentren, die auch für Bewohner anderer Leipziger Stadtteile relevant sind. Eines an der Bornaischen Straße, Ecke Siegfriedstraße, das andere im Neubaugebiet Lößnig an der Zwickauer Straße. Beide Gegenden sind durch Straßenbahnlinien mit der Innenstadt verbunden bzw. untereinander durch eine Buslinie.

Am Rembrandtplatz

Die architektonische Besonderheit ist die „Rundling“ genannte Wohnsiedlung am Ende der Siegfriedstraße. Auf dieser Fläche befanden sich bis zu den 1920er Jahren landwirtschaftliche Nutzflächen. Ab 1929 wurde die Siedlung im Stil der neuen Moderne angelegt. Die Bauweise mit den flachen Dächern und futuristischen Designs war für die damalige Zeit geradezu revolutionär. Die Wohnhäuser gruppieren sich um eine kreisrunde Straßenanlage und in einigen Nebenstraßen. Diese sind nach Figuren aus der Nibelungensage benannt, daher ist auch der Name „Nibelungensiedlung“ geläufig.

Siegfriedplatz

Sie tragen die Namen Siegfriedstraße, Nibelungenring, Kriemhildstraße, Etzelstraße, Giselherstraße, Dankwartstraße und weitere mehr. In der Mitte liegt der begrünte Siegfriedplatz mit einer Anzahl von Sitzbänken. Im Zweiten Weltkrieg wurde diese Siedlung bombardiert. Heute sind die maroden Hinterlassenschaften beseitigt und man kann das Ensemble in einem sanierten Zustand besichtigen. Nördlich davon entstand wenig später die Gudrunsiedlung, deren Straßen ebenfalls nach nordischen Sagengestalten benannt sind. Die gesamte Gegend stellt einen besonders schutzwürdigen architektonischen Komplex dar.

Giselherstraße

Während der DDR-Zeit kam nordöstlich das Neubaugebiet Lößnig hinzu, das mit seinen Plattenbauten zwar keine herausragende Sehenswürdigkeit ist. Für Menschen, die im westlichen Teil Europas aufgewachsen sind, mögen sie befremdlich wirken. Diese Bauweise war ein Merkmal des Sozialismus und sollte vielen Menschen günstigen Wohnraum auf hohem Niveau verschaffen. Beliebt waren die Wohnungen, denn hier gab es Heizungen, und man musste keinen Ofen anwerfen.

Zwickauer Straße

Zur Nahversorgung entstand an der Zwickauer Straße, Ecke Johannes-R.-Becher-Straße ein größeres Einkaufszentrum. Es ist in zwei räumlich voneinander getrennte Gebäude untergliedert. In jedem gibt es einen Supermarkt, (Fach-) Geschäfte, Drogeriebedarf, Bäcker und auch Cafés und Imbiss. Heute ist diese Art zu wohnen nicht mehr so gefragt. Wer es sich leisten kann, bevorzugt die sanierten Gründerzeitwohnungen. Allerdings gibt es in diesem Stadtteil mehrere Studentenwohnheime. Ein zusätzliches Plus ist die Nähe zur Gartenvorstadt Marienbrunnen, zum Südfriedhof und dem Völkerschlachtdenkmal. Und schließlich gewährleisten die Straßenbahnen und Busse der Leipziger Verkehrsbetriebe eine gute Anbindung zum Zentrum und den benachbarten Stadtteilen.

Einkaufszentrum Moritzhof

Als grüne Lunge recht wichtig ist am östlichen Ende der Siegfriedstraße gelegene Erholungspark Lößnig-Dölitz. Im Jahre 1895 wurde eine Braunkohletiefbaugrube aufgeschlossen, die bis 1959 in Betrieb war. Ein Komplex mit bis heute erhaltenen Gebäuden ist unter dem Namen Schacht Dölitz seit 1993 unter Denkmalschutz gestellt. Auf dem angrenzenden Gelände entstand in den Achtzigerjahren eines der größten städtischen Erholungsgebiete. Ausgedehnte Wege laden zu Spaziergängen bis nach Probstheida und Meusdorf ein. Richtung Lößnig befindet sich eine Gaststätte mit Terrasse.

Silbersee mit Neubaugebiet

Eine Reihe von Gewässern und Spielplätze zeichnen die Anlage aus. Zu den Besonderheiten zählt der Silbersee mit seinen Wasservögeln verschiedener Größen. Daneben gibt es auch ein kleines Moorgebiet mit Fröschen. Weiter hinten wurde ein Waldarboretum angelegt, in dem exotische Gewächse aus Nordamerika und Nordasien besichtigt werden können. Für Freunde des Automodellsports gibt es einen speziellen Rundparcours. Den besten Überblick hat man vom Aussichtshügel, der ein Panorama auf das Lößniger Neubaugebiet, die Innenstadt, das Völkerschlachtdenkmal, Dösen und das südliche Umland bietet.

Blick vom Aussichtshügel auf Lößnig

Anbindung über Straße

Über die B 2 ist Lößnig gut an das überregionale Verkehrsnetz angebunden. Über die Bornaische Straße und Goethesteig zur Anschlussstelle Markkleeberg-West / Dölitz-Dösen. Von dort Richtung Leipziger Zentrum, Flughafen oder zur A 38, Anschlussstelle Leipzig-Süd. Von Bornaischer Straße bis zum Connewitzer Kreuz und weiter über die Karl-Liebknecht-Straße ins Zentrum. Oder Zwickauer Straße bis zum Alten Messegelände / Straße des 18. Oktober und von dort ins Zentrum. Richtung A 38 auch über Probstheidaer Straße und Connewitzer Straße zur Prager Straße und weiter zur Anschlussstelle Leipzig-Südost.

Endhaltestelle Lößnig

Anbindung über ÖPNV

Der Bahnhof Leipzig-Connewitz liegt am Rande von Lößnig, ein Zugang über Treppen besteht von der Karl-Jungbluth-Straße her. Fahrtdauer vom Leipziger Hauptbahnhof etwa 17 Minuten, von Zwickau knapp 70 Minuten, von Borna eine halbe Stunde. Der westliche Teil an der Bornaischen Straße ist durch die Straßenbahnlinie 11 (Schkeuditz-Wahren-Leipzig-Connewitz-Dölitz-Markkleeberg) angebunden. Fahrtdauer ins Zentrum knapp 20 Minuten oder sechs Minuten nach Markkleeberg. Der östliche Teil mit dem Neubaugebiet Lößnig und dem Rundling ist durch die Straßenbahnlinien 10 (Wahren-Leipzig-Connewitz-Lößnig) und 16 (Messegelände-Leipzig-Lößnig) angebunden. Darüber hinaus verbindet die Buslinie 79 die beiden Gegenden und fährt auch bis zum Cospudener See und in andere Stadtteile.

Endhaltestelle Lößnig

Bauhaus in Leipzig

Krochhochhaus – 04109 Leipzig, Goethestraße 2

Das Krochhochhaus am Augustusplatz wurde 1927 und 1928 erbaut und war das erste Hochhaus von Leipzig. Finanziert wurde es durch den jüdischen Bankier Hans Kroch (* 1887 Leipzig + Jerusalem 1970). Ihm gehörte das Bankhaus Kroch jr. Kommanditgesellschaft auf Aktien in Leipzig, welches zuvor in der Goethestraße 7, Ecke Ritterstraße ansässig war.

Krochhochhaus 1929

Er war Teilhaber der Aktiengesellschaft Braun, Grützke & Co und gleichzeitig Vorsitzender des Aufsichtsrats. Neben ihm begleiteten dieses Amt noch weitere einflussreiche Persönlichkeiten, nämlich der Geheimrat Dr. Paul Bach und die Bankdirektoren Georg Kosterlitz und Oskar Meiners. Das Gebäude hat zwölf Geschosse, wobei am vorletzten eine Turmuhr angebracht ist und am obersten zwei speiende Löwen prangen. Auf dem Dach befindet sich ein Glockenwerk mit der Aufschrift Omnia vincit labor. Im Krochhochhaus, das die Anschrift Goethestraße 2 trägt, sind heute universitäre Einrichtungen und das Ägyptische Museum untergebracht.

Krochhochhaus 2008

Krochsiedlung - 04157 Leipzig-Gohlis, Max-Liebermann-Straße / Landsberger Straße

Auf Krochs Betreiben hin wurde im Norden von Gohlis die nach ihm benannte Krochsiedlung errichtet. Diese liegt in einem Quadrat zwischen Max-Liebermann-Straße und Landsberger Straße und besteht aus mehrstöckigen Wohngebäuden. Die meisten Straßenzüge tragen die Namen von ostfriesischen Inseln, wie Wangerooger Weg oder Borkumer Weg. Alle weisen den Bauhausstil mit den charakteristischen Flachdächern auf. Für die damalige Zeit war diese Architektur geradezu revolutionär, die Räume und Inneneinrichtung entsprachen den gehobenen Ansprüchen. Die Treppenhäuser und Wintergärten sind großflächig verglast. Während der DDR-Zeit befand sich die Siedlung im Dornröschenschlaf. Heute sind die Gebäude saniert und dank der umfangreichen Begrünung ist ein angenehmes Wohnen möglich.

Krochsiedlung, Helgoländer Weg

Versöhnungskirche – 04157 Leipzig-Gohlis, Ecke Viertelsweg / Franz-Mehring-Straße

Als Teil des Gesamtkonzeptes muss die evangelische Versöhnungskirche betrachtet werden. Sie sollte im Zentrum der neuen Wohnsiedlung stehen. Stattdessen sind die beiden Anlagen heute einen halben Kilometer voneinander entfernt. Die dazwischen liegende Fläche wird durch den Kleingartenverein Germanus genutzt. Zahlreiche Glaselemente, darunter ein überdimensionales Kreuz im Vorderbereich, sind auch für dieses Gebäude prägend. Die Kirche befindet sich in der Nachbarschaft des Gohliser Friedhofs mit einer sehenswerten Kapelle.

Versöhnungskirche in Gohlis

Rundling – 04279 Leipzig-Lößnig, Siegfriedplatz

Nicht minder interessant ist die „Rundling“ genannte Wohnsiedlung im Leipziger Stadtteil Lößnig. Der Ort rund um die Bornaische Straße war ein sehr alter und spielte mit seiner Pfarre, der heutigen Gethsemanekirche, eine bedeutende Rolle für die Umgebung. Am Rande befanden sich vorwiegend landwirtschaftliche Nutzflächen. Darauf wurde in den Jahren 1929 / 30 die Siedlung im Stil der neuen Moderne angelegt. Die Wohnhäuser gruppieren sich um eine kreisrunde Straßenanlage und in einigen Nebenstraßen. Diese sind nach Figuren aus der Nibelungensage benannt, daher ist auch der Name „Nibelungensiedlung“ geläufig.

Der Rundling

Sie tragen die Namen Siegfriedstraße, Nibelungenring, Kriemhildstraße, Etzelstraße, Giselherstraße, Dankwartstraße und weitere mehr. In der Mitte liegt der begrünte Siegfriedplatz mit einer Anzahl von Ruhebänken. Im Zweiten Weltkrieg wurde diese Siedlung bombardiert. Heute sind die maroden Hinterlassenschaften beseitigt und man kann das Ensemble in einem sanierten Zustand besichtigen. Am Rande davon entstand wenig später die Gudrunsiedlung. Alle Gebäude sind in Flachdachbauweise errichtet, nur im nördlichen Abschnitt überwiegen die Eigenheime mit normalen Dächern.

Am Nibelungenring

Haus Rabe – 04442 Zwenkau, Ebertstraße 26

Zwenkau liegt knapp 20 Kilometer südlich der Leipziger Innenstadt. Die Gegend ist geprägt durch jahrzehntelangen Bergbau. In einem der Restlöcher entsteht einer der größten Seen Mitteldeutschlands, der Zwenkauer See. Nahe dem ehemaligen Bahnhof befindet sich das Haus Rabe. Es wurde 1930 im Bauhausstil erbaut. Die Architekten waren Adolf Rading und Oskar Schlemmer. In zahlreichen Publikationen ist dieses Gebäude erwähnt und abgebildet. Bewohnt wurde es von der jüdischen Familie Rabe. In den Jahren 1995 und 1996 fand eine Sanierung statt. Das Innere weist zahlreiche Fresken, Installationen und Wandmalereien von Oskar Schlemmer auf. Das Gebäude wird heute durch Förderer des Bauhauses privat genutzt, kann jedoch von außen besichtigt werden.

Haus Rabe in Zwenkau

Kirchen Landkreis Leipzig - Sonstige

Katholische Kirche St. Konrad
An der Kirche
04574 Deutzen

Evangelisch-lutherische Katharinenkirche
Kirchstraße
04564 Böhlen-Großdeuben

Evangelisch-lutherische Kirche Güldengossa
Große Gasse
04463 Großpösna-Güldengossa

Evangelisch-lutherische Kirche Kitzscher
Kirchsteig
04567 Kitzscher

Evangelisch-lutherische Stadtkirche Mutzschen
Markt
04688 Mutzschen

Evangelisch-lutherische Katharina-von-Bora-Kirche
Querstraße
04575 Neukieritzsch

Friedhofskapelle Neukieritzsch
Rudolf-Breitscheid-Straße
04575 Neukieritzsch

Evangelisch-lutherische Kirche Pomßen
Hauptstraße
04668 Parthenstein-Pomßen

Evangelisch-lutherische Kreuzkirche
Badstraße
04651 Frohburg-Prießnitz

Evangelisch-lutherische Kreuzkirche
Dorfstraße
04463 Großpösna-Störmthal


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